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Wiener Wohnungslosenhilfe: Bilanz des Winterpakets

Donnerstag, 30. April 2015

Von Anfang November bis 30. April wurde die Anzahl der Notschlafplätze bei Bedarf um bis zu 550 aufgestockt.


Mit 30. April endet das diesjährige Winterpaket der Wiener Wohnungslosenhilfe. Wie jeden Winter haben die Sondermaßnahmen das Ziel, dass in Wien niemand bei Eis und Schnee die Nacht im Freien verbringen muss. Seit Anfang November wurde die Anzahl der Notschlafplätze je nach Bedarf kontinuierlich aufgestockt. Zu Spitzenzeiten standen im vergangenen Winter zu den 300 ganzjährig bestehenden Notschlafplätzen rund 550 zusätzliche Schlafplätze für Männer und Frauen zur Verfügung. Auch Menschen ohne Sozialanspruch in Wien können diese von der Stadt geförderten Plätze im Winter nutzen. Die Auslastung stieg während der Wintermonate an und ging im Frühling erwartungsgemäß wieder zurück. Insgesamt stellte die Stadt Wien für das Winterpaket rund 3 Mio. Euro zur Verfügung.

"Die Erfahrung der vergangenen Jahre hat gezeigt, dass viele Menschen, die das Winterpaket nutzen, im Frühling in ihre Heimat zurückkehren. Das sind aber nicht nur die Nachbarstaaten, sondern auch die benachbarten Bundesländer", betont Anita Bauer, Leiterin des Fachbereichs Betreutes Wohnen beim Fonds Soziales Wien und verantwortlich für das Winterpaket der Wiener Wohnungslosenhilfe. "Das Winterpaket hat erfolgreich verhindert, dass Menschen auf der Straße erfrieren", so Anita Bauer. Während des Winters wurden auch die Personalressourcen in Beratungs- und Betreuungseinrichtungen ausgebaut. Alle Maßnahmen werden vom Fonds Soziales Wien mit den Partnerorganisationen Wiener Rotes Kreuz, Caritas, Samariterbund Wien und "wieder wohnen" abgestimmt, koordiniert und gefördert. Viele Personen, die das Winterpaket nutzen, sind vor allem auf Arbeits-bzw. Perspektivensuche. "Daher finanziert der Fonds Soziales Wien zusätzlich auch die Sozial- und Rückkehrberatung der Caritas, deren Förderung sie vor kurzem verdoppelt hat", ergänzt Bauer.

Die Stadt Wien wendet für die Wohnungslosenhilfe jährlich über 50 Millionen Euro auf. Finanziert werden damit rund 5.000 Wohn- und Schlafplätze in 90 Einrichtungen, aber auch Beratungseinrichtungen, Tageszentren und Straßensozialarbeit. "Erst kürzlich haben wir zwei neue Tageszentren beim Hauptbahnhof und beim Praterstern eröffnet, die das ganze Jahr über Beratung und Betreuung anbieten. Bis zu 100 Personen können dieses Angebot zeitgleich in Anspruch nehmen", so Anita Bauer.

Ziel aller Angebote der Wiener Wohnungslosenhilfe ist die (Re-)Integration in die eigene Wohnung bzw. - wenn dies nicht realistisch ist - die Vermittlung in Einrichtungen des "sozial betreuten Wohnens". Dieses Angebot richtet sich an (ehemals) obdachlose Menschen und ermöglicht ihnen ein langfristiges, eigenständiges Wohnen mit Betreuung. "Die Praxis zeigt: Eine Integration in den ersten Wohnungsmarkt kann nur über eine Aufenthaltsverfestigung stattfinden, nicht über Nachtquartiere", erklärt Bauer abschließend.

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