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Studie: Kontakt stärkt Akzeptanz gegenüber Flüchtlingen

Mittwoch, 07. Juni 2017

Sozialstadträtin Sandra Frauenberger und Flüchtlingskoordinator Peter Hacker präsentierten die Ergebnisse einer SORA-Befragung zur Einstellungen der WienerInnen gegenüber Flüchtlingen. Anlässlich der bevorstehenden Schließung der verbliebenen Einrichtungen wurde auch eine Bilanz über die Notquartiere gezogen.


„Unsere Studie zeigt ganz deutlich – Kontakt und Empathie helfen dabei, Sorgen in der Bevölkerung abzubauen“, sagte SORA-Chef Günther Ogris bei der Präsentation der Ergebnisse im Notquartier in der Liesinger Ziedlergasse. Befragt wurden im Rahmen der Studie Ende 2016 1.600 Personen, darunter 600 AnrainerInnen von ausgewählten Flüchtlingsquartieren.

 

Hacker: Wien steht für offene Kommunikation

Vergleicht man die Werte vor der Eröffnung mit jenen danach, zeigt sich, dass die Akzeptanz mit dem Bestehen der Einrichtungen deutlich nach oben geht. Waren vor der Eröffnung 44 Prozent für ein Quartier in ihrer unmittelbaren Nähe, kletterte die Zustimmung danach auf 69 Prozent. Die Ablehnung sank von 22 auf 14 Prozent. Besonders signifikant war der Umschwung in der Nähe besonders umstrittener Einrichtungen – wie etwa der Ziedlergasse. Waren hier zuvor 45 Prozent für einen Verbleib, lag der Wert Ende 2016 bei 72 Prozent. Für eine Schließung traten nur mehr 14 Prozent ein.

„Ich habe schon bei den Bürgerversammlungen in Liesing gesehen: Da sitzen nicht nur Gegner, sondern auch viele, die einfach unsicher sind. Daraufhin haben wir beschlossen, eine Untersuchung zu den Emotionen zu machen, um Fakten zu schaffen“, so der Geschäftsführer des Fonds Soziales Wien, Peter Hacker. „Einige Ergebnisse haben aber auch mich in ihrer Deutlichkeit überrascht. Die Kommunikation mit den Nachbarn war ganz zentral, wir wollten Interaktion ermöglichen. Das ist keine Einbahnstraße, dazu müssen auch die Flüchtlinge etwas beitragen.“

 

Frauenberger: „Danke für die Solidarität“

Abgefragt wurde im Rahmen der SORA-Studie auch die generelle Akzeptanz gegenüber geflüchteten Menschen: 56 Prozent der WienerInnen haben nichts dagegen, wenn Betroffene in ihrem Haushalt oder in der Nachbarschaft wohnen. 20 weitere Prozent sind für eine Aufnahme in der eigenen Stadt. Und auch die Maßnahmen des Wiener Weges zu Integration ab Tag eins werden geschätzt, wobei Spracherwerb, Schulbesuch und ein schnellerer Zugang zum Arbeitsmarkt als besonders wichtig gesehen werden.

Zahlreiche StadtbewohnerInnen haben sich seit Herbst 2015 auch persönlich im Rahmen der Wiener Flüchtlingshilfe engagiert: 60 Prozent in Form von Spenden, 13 Prozent durch ehrenamtliche Arbeit. „ Mich beeindruckt die hohe Akzeptanz unserer Integrationsmaßnahmen und das Engagement der NGO’s und der vielen Freiwilligen. Danke für diese schöne Welle der Solidarität“, sagte Sozial- und Gesundheitsstadträtin Sandra Frauenberger beim Pressegespräch in der Ziedlergasse.

 

Letzte Notquartiere vor Schließung

Wie drei weitere temporäre Einrichtungen wird auch das Notquartier in Liesing mit Ende Juni seine Pforten schließen. Die 140 Flüchtlinge, die derzeit noch dort wohnen, übersiedeln in andere reguläre Grundversorgungsquartiere. Seit 2015 wurden – inklusiver kleiner und kurzfristiger Einrichtungen im Transitbereich – insgesamt 65 Notquartiere in Wien geschaffen. „Im September wird das letzte dieser Quartiere zusperren, damit beschließen wir dieses Kapitel der Wiener Flüchtlingshilfe und gehen endgültig zum Regelbetrieb über“, so Flüchtlingskoordinator Peter Hacker.

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